Küche, Papa und Dragon Ball
Erinnerungen an die Kindheit, gemeinsame Nachmittage mit meinem Vater und die Hoffnung, das eines Tages auch mit Kuba zu erleben.

Wir kamen von der Botschaft in Bern zurück, wo wir den Antrag auf einen Pass für Kuba gestellt hatten. Kurz nachdem wir auf die Autobahn gefahren waren, hielten wir zum Essen an. Wir hatten an KFC gedacht, aber es wurde Burger King – dort gab es eine Dragon-Ball-Aktion. Ich ging mit zwei T-Shirts nach Hause.
Für mich ist das mehr als eine Werbeaktion. Dragon Ball und Captain Tsubasa gehörten nach der Schule zu unserem täglichen Ritual mit Papa.
Wir schauten die Serien in der Küche. Bei uns spielte sich das Leben in der Küche ab: Das Haus war alt, hatte keine Zentralheizung, und meine Mutter kochte auf einem Kohleherd. Es war der wärmste Ort im ganzen Haus. Ein Tisch, ein Schlafsofa, später eine Couch und der Fernseher.
Ich erinnere mich an vieles aus diesen Serien. Bei Dragon Ball zum Beispiel an den Kampf gegen Freezer. Bei Tsubasa an das Schussduell mit Kojiro und an die riesigen Fußballfelder, bei denen die Tribünen ungefähr auf Höhe der Mittellinie am Horizont verschwanden. Die letzten drei Minuten eines Spiels konnten eine ganze zwanzigminütige Folge dauern. Ich war ein Kind und war glücklich, wenn wir zusammen zusahen.
Als ich nach Kubas Geburt einen Monat Urlaub hatte, sah ich mir noch einmal die ganze erste Staffel von Tsubasa an. Ohne besonderen Grund – ich hatte Zeit und Lust. Für mich sind das die besten Zeichentrickserien aller Zeiten.
Papa schaut gerade wieder irgendeine Staffel von Dragon Ball im Fernsehen.
Ich würde sie eines Tages gern mit Kuba anschauen.